PISA 2025: Was die neuen Ergebnisse für Grundschulkinder bedeuten
Im Dezember 2026 erscheinen die PISA-Ergebnisse. Schon 2022 schnitt Deutschland so schwach ab wie nie. Was das für Grundschulkinder bedeutet — und welche 3 Basiskompetenzen Eltern jetzt prüfen sollten.
Es ist Mittwochnachmittag, dein Kind sitzt am Küchentisch und liest eine Sachaufgabe vor. „Auf dem Bauernhof sind … äh … 47 … äh … Hühner …" Du merkst es sofort: Die Wörter kommen, aber das Verstehen kommt nicht. Nach drei Sätzen schaut dein Kind dich an und fragt: „Was soll ich denn jetzt machen?" Du erklärst die Aufgabe in eigenen Worten — und plötzlich rechnet dein Kind sie in 30 Sekunden. Das Problem war nicht das Rechnen. Das Problem war: Es konnte den Text nicht verstehen.
Genau diese Szene ist der Grund, warum die Diskussion um PISA dich als Elternteil sehr direkt betrifft — auch wenn dein Kind erst in der zweiten oder dritten Klasse ist. Im Dezember 2026 veröffentlicht die OECD die neuen Ergebnisse der PISA-Studie. Die Erhebung lief im Frühjahr und Herbst 2025. Schon der letzte Durchgang 2022 war für Deutschland ein Tiefpunkt. Und vieles deutet darauf hin, dass es 2025 nicht besser geworden ist.
Eine Sache vorab, weil sie oft untergeht: PISA testet 15-Jährige, nicht Grundschüler. Aber die Weichen werden in der Grundschule gestellt. Wer in Klasse 4 nicht flüssig liest, schleppt das bis Klasse 9 mit. Was im Dezember 2026 als nationaler Befund veröffentlicht wird, beginnt in Familien wie deiner — am Küchentisch, bei den Hausaufgaben, in der zweiten Klasse.
Was kommt im Dezember 2026
Die OECD veröffentlicht im Dezember 2026 die Ergebnisse von PISA 2025. Erhoben wurde im Verlauf des Schuljahrs 2024/25 — der Schwerpunkt liegt diesmal wieder auf den Naturwissenschaften (zuletzt 2015). Ein Begleitmodul testet erstmals systematisch digitale Lernkompetenzen. Erwartet wird, dass Deutschland weiter zurückfällt, wenn der Trend der letzten zehn Jahre anhält.
Die ungeschönten Zahlen
Fangen wir mit dem an, was schon auf dem Tisch liegt — PISA 2022. Die Ergebnisse waren für Deutschland die schlechtesten, seit das Land an PISA teilnimmt.
Was bedeutet „Mindestanforderung verfehlt"? Die OECD definiert das als Kompetenzstufe 2. Wer darunter liegt, kann nicht zuverlässig einen einfachen Text mit zwei oder drei Argumenten verstehen. Kann eine Tabelle aus einer Zeitung nicht sicher auswerten. Kann eine zweistufige Sachaufgabe nicht zuverlässig lösen. Das sind keine akademischen Höchstleistungen — das sind Alltagskompetenzen.
Und es geht nicht nur um die Schwachen. Auch die Spitze schwächelt. Der Anteil der besonders Leistungsstarken ist in Deutschland kleiner als in den meisten OECD-Ländern und schrumpft weiter.
Wer denkt: „Das sind die 15-Jährigen, mein Kind ist erst in Klasse 3" — der IQB-Bildungstrend Grundschule zeigt das gleiche Bild eine Etage tiefer. Schon Viertklässler erreichen seit 2011 in Deutsch und Mathe immer schwächere Werte. Die Lücke zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Kindern wird größer. Der soziale Hintergrund entscheidet stärker über Bildungserfolg als in fast allen anderen vergleichbaren Ländern.
Das ist nicht „die Pandemie". Der Abwärtstrend hat 2015 begonnen und läuft seit zehn Jahren. Corona war ein Verstärker, kein Auslöser.
Was PISA misst — und was es bedeutet
PISA klingt nach einem riesigen Wissenstest. Ist es aber nicht. PISA misst Anwendung, nicht Auswendiggelerntes. Drei Felder werden geprüft:
- Lesekompetenz: Kann das Kind einen Text nicht nur entziffern, sondern auch verstehen, einordnen, bewerten? Beispiel: Aus einer Werbeanzeige und einem Sachartikel zum gleichen Thema die widersprüchlichen Aussagen herausfiltern.
- Mathematische Kompetenz: Kann das Kind eine Alltagssituation in eine Rechnung übersetzen? Nicht „Was ist 7 × 8?", sondern „Eine Familie zahlt 47 € für einen Wocheneinkauf. Wie viel ist das pro Person, wenn sie zu viert sind?"
- Naturwissenschaftliche Kompetenz: Kann das Kind eine Hypothese erkennen, ein Experiment beurteilen, einen Zusammenhang erklären?
Was PISA also misst, ist genau das, was man im echten Leben braucht. Steuerformulare lesen. Mietverträge verstehen. Beipackzettel deuten. Einen Kostenvoranschlag prüfen. Das ist der Grund, warum diese Studie politisch so brisant ist — und warum sie für dein Kind in der Grundschule mehr Bedeutung hat, als die Altersangabe „15 Jahre" vermuten lässt.
Denn diese Kompetenzen werden nicht in Klasse 9 erworben. Sie wachsen ab Klasse 1.
Warum die Grundschule entscheidend ist
Was viele Eltern unterschätzen
Die Lesekompetenz am Ende der vierten Klasse ist der stärkste Einzelprädiktor für die Lesekompetenz mit 15 Jahren. Wer in Klasse 4 hinterherhinkt, holt das im weiteren Schulverlauf in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht mehr auf. Es geht hier nicht um „später noch Zeit" — es geht um jetzt.
Bildungsforscher nennen das den Matthäus-Effekt: Wer hat, dem wird gegeben. Ein Kind, das in Klasse 2 flüssig liest, liest in Klasse 3 mehr — weil Lesen Spaß macht und nicht anstrengt. Dadurch wächst der Wortschatz, das Allgemeinwissen, die Lesegeschwindigkeit. Sachaufgaben in Mathe werden leichter, weil der Text kein Hindernis mehr ist. In Sachkunde versteht das Kind die Texte, statt sie zu raten.
Ein Kind, das in Klasse 2 noch jeden zweiten Buchstaben mühsam dekodiert, liest weniger. Der Wortschatz wächst langsamer. Sachaufgaben bleiben zäh. In Klasse 4 ist die Schere offen. In Klasse 7 ist sie weit offen. In Klasse 9 — wenn PISA misst — ist sie kaum noch zu schließen.
Die TUM-Bildungsforscher haben in ihrer Pressemitteilung zu PISA 2022 unmissverständlich formuliert: Der Verfall der Basiskompetenzen sei der zentrale Befund — nicht das Spitzenniveau. Das heißt im Klartext: Es geht nicht darum, dass die Spitze nicht spitz genug ist. Es geht darum, dass die Basis bröckelt. Und die Basis wird in der Grundschule gegossen.
Die 3 Basiskompetenzen, die Eltern checken sollten
Du musst keine Diagnostikerin sein, um zu erkennen, ob dein Kind auf Kurs ist. Drei Basiskompetenzen reichen — und du kannst sie in 20 Minuten an einem normalen Wochentag prüfen.
1. Flüssig lesen mit Verständnis
Nimm einen altersgerechten Text — eine Seite aus einem Kinderbuch, einen kurzen Sachtext aus einem Magazin wie GEOlino oder Tierfreund Junior. Lass dein Kind ihn vorlesen.
Was du beobachten solltest:
- Liest dein Kind in zusammenhängenden Wortgruppen oder Wort-für-Wort?
- Kommt die Betonung am Satzende richtig (Frage, Aussage, Ausruf)?
- Kann dein Kind nach dem Lesen den Inhalt in eigenen Worten zusammenfassen?
Faustregel für Klasse 3/4: Etwa 100 Wörter pro Minute mit Sinnverständnis. Wer deutlich darunter liegt und gleichzeitig den Inhalt nicht wiedergeben kann, hat ein Lesedefizit. Punkt. Das ist keine „Phase". Das wird sich ohne gezielte Übung nicht von alleine reparieren.
2. Sicher rechnen im Hunderterraum
Ende Klasse 2, spätestens Mitte Klasse 3, sollte dein Kind im Hunderterraum sicher addieren und subtrahieren — auch mit Zehnerübergang. Das heißt:
- 47 + 38 = ? ohne die Finger zu benutzen, ohne auf Papier zu zerlegen, in unter 10 Sekunden.
- 83 − 26 = ? — gleich.
- Das kleine Einmaleins sollte Ende Klasse 3 sitzen. Nicht „im Großen und Ganzen". Sitzen.
Und ganz wichtig: das Verständnis für Stellenwerte. Frag dein Kind: „Was ist die 4 in der Zahl 247?" Wenn die Antwort „vier" ist statt „vierzig", liegt ein Loch im Stellenwertverständnis. Das wirkt sich auf alles aus, was später im Mathematikunterricht kommt.
3. Texte selbst formulieren können
Lass dein Kind etwas aufschreiben. Was es am Wochenende erlebt hat. Was es vom letzten Klassenausflug erinnert. Eine halbe Seite reicht.
Was du anschauen solltest:
- Sind das vollständige Sätze oder nur Stichworte und Bruchstücke?
- Gibt es Verbindungswörter — weil, dann, zuerst, danach — oder hängt alles unverbunden aneinander?
- Erkennt man eine logische Reihenfolge?
Rechtschreibung ist hier zweitrangig. Es geht um Textproduktion: Kann dein Kind einen Gedanken in einen lesbaren Satz übersetzen? Wer das in Klasse 4 nicht kann, hat in Klasse 7 ein Problem. Spätestens beim ersten Aufsatz, der mehr als drei Sätze umfasst.
Wenn diese drei Punkte sitzen, ist dein Kind robust aufgestellt — egal, was die nächste PISA-Welle zeigt.
Konkrete Übungen, die zu Hause helfen
Jetzt der lösungsorientierte Teil. Was wirklich wirkt, ist evidenzbasiert ziemlich klar — und es kostet keine 50 Euro pro Woche Nachhilfe.
15 Minuten täglich
Die Forschung zur Leseflüssigkeit ist sich einig: 15 Minuten täglich wirken stärker als zwei Stunden am Wochenende. Tägliche kurze Routinen schlagen punktuelle Marathons. Für alle drei Basiskompetenzen gilt: Konsistenz schlägt Intensität. Plane einen festen Slot — nach dem Abendessen, vor dem Zähneputzen, beim Gute-Nacht-Ritual.
Vorlesen mit Mitlesen
Das ist der wirksamste Hebel für Leseflüssigkeit, den die Forschung kennt. Nicht „dein Kind liest dir vor". Auch nicht „du liest deinem Kind vor". Sondern: Beides gleichzeitig — du liest mit Tempo und Betonung, dein Kind verfolgt den Text mit den Augen oder dem Finger und liest leise mit. Diese Methode heißt in der Leseforschung „Lautlesetandem" und gilt als die effektivste Einzelmaßnahme zur Verbesserung der Lesegeschwindigkeit.
Variante mit Technik: Die Gennady App liest Aufgaben und Texte mit einer kindgerechten Stimme vor und highlightet jedes Wort genau in dem Moment, in dem es gesprochen wird. Das ist exakt das Prinzip „Reading while Listening" — nur ohne dass du jeden Tag selbst Zeit dafür finden musst. Besonders nützlich, wenn dein Kind während du gerade im Homeoffice steckst die Hausaufgabe vor sich liegen hat.
Sachaufgaben in den Alltag einbauen
Mathe in der Grundschule scheitert selten an Rechenfähigkeit. Es scheitert an Übersetzung: Sachaufgabe → Rechnung. Dieses Übersetzen üben Kinder am besten dort, wo Mathematik echt ist — beim Einkaufen, Backen, Tischdecken.
- Im Supermarkt: „Eine Packung Kekse kostet 1,89 €. Wir kaufen drei. Reichen 6 €?"
- Beim Kochen: „Das Rezept ist für 4 Personen, wir sind zu sechst. Wie viel mehr Mehl brauchen wir?"
- Im Auto: „Wir sind 142 km gefahren, der Tacho zeigt 380 km Reichweite. Wie weit kommen wir noch?"
Diese Aufgaben sind besser als jedes Arbeitsblatt — weil das Kind das Ergebnis sehen will. Es geht nicht um die richtige Lösung im Heft, es geht darum, ob die Kekse mitgehen.
Freies Schreiben — niedrigschwellig, regelmäßig
Drei Sätze pro Tag reichen. Tagebuch, Zettel an die Eltern, Geschichte für die Kuscheltiere, Einkaufszettel mit eigenen Notizen daneben. Was zählt, ist: Das Kind formuliert selbst. Korrigiere die Rechtschreibung nicht im ersten Durchgang. Lob, dann beim zweiten Mal eine Sache verbessern. Zwei Korrekturen pro Text. Mehr nicht. Sonst stirbt die Lust.
Warum klassische Hausaufgaben nicht reichen
Das ist eine Aussage, die viele Eltern erst mal überrascht: Die Hausaufgabenforschung ist in der Grundschule ziemlich nüchtern. Klassische Hausaufgaben in Klasse 1–4 haben in Metaanalysen sehr geringe oder gar keine messbaren Effekte auf den Lernerfolg. Stundenlanges Üben am Küchentisch korreliert in vielen Studien sogar negativ mit der Motivation — und Motivation ist in dem Alter alles.
Was wirkt, ist etwas anderes:
- Verstandene Aufgaben statt durchgewunkene.
- Individuell passende Aufgaben — also nicht „das gleiche Arbeitsblatt für 25 Kinder".
- Sofortiges, freundliches Feedback — nicht „falsch, nochmal", sondern „schau, hier hast du den Fehler — was wäre, wenn du es so versuchst?"
Genau deshalb funktionieren digitale Lernhelfer — wenn sie richtig gebaut sind. Eine Aufgabe scannen, eine Erklärung in einfacher Sprache hören, die Antwort einsprechen, sofort Feedback bekommen — das deckt alle drei Punkte auf einmal ab. Die Gennady App ist genau für diesen Use Case gebaut: Erklärung statt Lösung, kindgerechte Sprache statt Lehrbuchformulierung, Sofort-Feedback ohne genervten Tonfall. Das ist kein Ersatz für die Lehrkraft — und auch keiner für dich. Aber es ist deutlich besser als ein Kind, das alleine an einem Aufgabenblatt verzweifelt, weil Mama gerade telefoniert.
Was 2026 anders sein muss
Wenn der Trend so weiterläuft, ist die nächste Generation deutscher 15-Jähriger in der Lesekompetenz auf dem Niveau, das man in den späten 1990er-Jahren gemessen hat. Drei Jahrzehnte zurück. Das ist nicht Pessimismus, das ist die geradlinige Fortschreibung der OECD-Datenreihen.
Die gute Nachricht: Eltern sind nicht ohnmächtig. Die Bildungsforschung weiß ziemlich genau, was funktioniert. Es ist nicht teuer, nicht exotisch, nicht digital allein und nicht analog allein. Es sind 15 Minuten am Tag. Es ist Vorlesen mit Mitlesen. Es ist Mathe im Alltag. Es ist Schreiben ohne sofortige Korrektur. Es ist kindgerechtes Erklären statt Vorsagen. Es ist Feedback ohne Frust — egal ob durch dich, eine Lehrkraft, eine Tante oder eine geduldige App.
Wenn du diese Routinen in deinem Familienalltag hast, ist es ziemlich egal, was im Dezember 2026 als Schlagzeile durch die Tagesthemen läuft. Dein Kind wird trotzdem zu der Gruppe gehören, die liest, rechnet und versteht — auch im Alltag, nicht nur im Test.
Und das ist am Ende das eigentliche Ziel. Nicht ein guter PISA-Wert. Sondern ein Kind, das einen Mietvertrag versteht, einen Arzttermin verarztet bekommt, eine Steuererklärung nicht schreckhaft im Stapel liegen lässt, und einer 17-Jährigen-Tochter beim Aufsatz wirklich helfen kann.
Häufige Fragen
Wenn du nach diesem Artikel zwei Sachen mitnimmst, dann diese: PISA misst weiter unten an, als die Schlagzeile vermuten lässt — die Basis wird in der Grundschule gelegt. Und du musst kein Bildungsexperte sein, um sie zu stärken. 15 Minuten am Tag. Drei Basiskompetenzen. Konsistenz statt Intensität. Mehr braucht es nicht, um den Unterschied zu machen.
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